Lexikon

 - einige Fachbegriffe über Achterbahnen

 

Accelerator

Auch genannt Rocket Coaster. Statt einem Lifthügel, wird hier der Zug mittels einem, meistens waagrechten Katapultstart (Launch-Antrieb), nach der Station beschleunigt. Die Firma Intamin entwickelte als preisgünstiges Beschleunigungssystemen den Hydroantrieb (Hydraulikantrieb) Diese Art von Achterbahnen begann ab etwa 2002 an Popolarität zu gewinnen. 2006 und 2007 wurden mehrheitlich fast nur mehr Accelerator-Coaster gebaut, die mittlerweile fast alle Achterbahn Hersteller im Programm anbieten.

 

Airtime

Beschreibt das Ausheben aus dem Sitz eines Wagens während der Fahrt. Airtime tritt bei abrupten Übergängen von Aufwärts- zu Abwärtsbewegungen ein - d.h. wenn ein Zug schnell über eine Hügelkuppe nach unten fährt. Dadurch werden negative g-Kräfte erreicht (Schwerelosigkeit entspricht Null g).

 

Anti-roll-back-safety-device

(Saftey Dog): Das Rücklaufsicherungssystem, entwickelt 1910, ist ein Sicherheitskeil (d.h. mehrere pro Zug), der an der Unterseite der Wagen montiert ist. Auf Steigungen (Lifthill) rastet dieser Keil in ein sägezahnähnliches Stahlprofil ein und verhindert somit das Zurückrutschen des Zuges bei Fehlfunktion des Kettenaufzugs. Dieser Keil verursacht das achterbahntypische Rattern bei einer Auffahrt.

 

Block

(abschnitt) Blockbremse: Werden auf dem Streckenverlauf einer Achterbahn mehrere Züge gleichzeitig eingesetzt, dann wird die Strecke in Abschnitte unterteilt. Um Kollisionen zwischen den Zügen zu vermeiden, ist jeder Block ist mit einem Bremssystem abgesichert, so dass der nachfolgende Zug erst in den Streckenabschnitt einfahren kann, wenn der vorherige Zug diesen verlassen hat.

 

Bremssysteme

Bei den meisten Achterbahnen werden Druckluftbremsen (Airbrakes) verwendet (stationäre, luftdruckbetriebene Schwertbremssysteme). Dabei sind an jedem Wagen eines Zuges, metallische Schwerter montiert. Kommt ein Zug in den Bereich der Bremsen, dann drücken links und rechts Reibbeläge auf die Schwerter. Die Bremseinheiten sind entweder in der Mitte der Schienen oder beiderseits, seitlich montiert. Die pneumatischen Bremsbacken werden mittels Luftdruck auseinandergehalten, so dass im Falle eines Stromausfalls oder bei Druckverlust die Bremsung automatisch erfolgt.

 

B&M

Kurzzeichen der Schweizer Firma “Bolliger & Mabillard“. Die Coaster dieser Firma sind sehr beliebt, weil sie einerseits eine Garantie für Thrillrides (atemberaubende Fahrten) und andererseits gegenüber anderen Coaster-Herstellern, immer einen sehr ruhigen Fahrverlauf garantieren (kein schütteln oder rütteln, keine unangenehmen seitlichen Stöße oder sonstige Erschütterungen).

 

Car

Der Zug (Train) eines Coasters besteht aus einem oder mehreren Wagen (Cars). Jeder Wagen kann aus einer oder aus mehreren Reihen bestehen. Jede Reihe kann einen oder mehrere Sitze beinhalten.

 

Catapult-Launch

(Katapult-Abschuss): Einige Coster haben keine Steig-Hügel mit Kettenantrieb, sie werden (meistens waagrecht) aus der Station abgeschossen. Der Abschussmechanismus kann aus einem Schwungrad (Shuttle Loop) oder einem Gewicht das in einem Schacht hinunterfällt (Weight-Drop-Launch) ausgeführt sein. Der Mechanismus beschleunigt mittels einem Schlitten den Zug. Ebenso können LIM- oder Hydraulik-Antriebe für Katapultstarts verwendet werden.

 

Coaster

Der Begriff (Roller) Coaster wurde erstmals in einem Patent von Thompson erwähnt. Thompson war ein amerikanischer Achterbahn-Hersteller, der seine Bahnen am Strand baute. Coaster nannte man damals kleine Kutter, die entlang der Küste von Hafen zu Hafen fuhren. Daraus wurden rollende Coster die zwischen zwei Stationen am Strand fuhren.

 

Dark Ride

Eine Fahrt im Dunklen (siehe Enclosed-Coaster).

 

Double Dip

Ist ein Gefälle, welches kurz durch einen kleinen Berg unterbrochen wird.

 

First Drop

Die erste Talfahrt nach dem Lifthügel, die üblicherweise die höchste, steilste und aufregenste ist.

 

Front Row

Ist die erste und beliebteste Sitzreihe eines Achterbahn-Zuges. Meistens gibt es für diese Reihe einen separaten Zugang in der Station.

 

G-Kräfte

Bei einer Achterbahnfahrt wirken auf die Fahrgäste verschiedene Kräfte (Beschleunigung, Geschwindigkeit, Fliehkraft) ein, die in g gemessen werden. Ein g bezeichnet die Erdbeschleunigung (Erdanziehungskraft) von 9,8 m/s². Im freien Fall wirken auf den Körper 1 g. Ist ein Achterbahnwagen und sein Insasse großen Zentrifugalkräften (z.B. in einem Looping) ausgesetzt, so wirken auf ihm ein Vielfaches von g. Negative g entstehen bei Fahrten über eine Hügelelement (Schwerelosigkeit entspricht Null g).

 

Hydroantrieb

Ein Coaster der einem Katapult-Start mittels einem Hydroantrieb (Öl-Hydraulik) durchführt. Hydraulisches Öl wird in mit Stickstoff gefüllte Zylinder gepumpt. Der Stickstoff wird zusammengepresst und wirkt wie eine Feder, das Öl ist die Energie. Auf Knopfdruck schießt das Öl in Motoren, die eine rotierende Kabelrolle antreiben, deren Triebkabel sich wiederum in die Wagen einhakt und sie explosionsartig abschießt.

 

Inversion

Ein Inversion-Element ist der Teil eines Schienenverlaufs, bei dem der Fahrgast auf den Kopf gedreht wird. Z.B. Looping, Korkenzieher, Boomerang, Diveloop, Twist, etc.

 

Kabellift

Die Züge werden auf die Steighügel nicht mit einer Kette, sondern mit einem Stahlseil hinaufgezogen. Der Vorteil gegenüber der Kette: Längere Liftstrecken, höhere Steigungswinkel, schnellere Transportgeschwindigkeit (etwa 20 km/h).

 

Kick Start

Darunter versteht man alle Antriebsarten eines Katapultstarts bei sogenannten Rocket Coastern, siehe auch unter Catapult-Launch, LIM, SSLIM und LSM.

 

Lateral Gravity

Seitliche Schwerkraft (g).

 

Lifthill

(Lifthügel, Steighügel): Ist eine Steigung die den Zug mittels einer motorisierten Kette, eines Stahlseils oder durch ein Katapult hinaufbefördert.

 

LIM und LSM

Lim (Linear Induction Motor) und LSM (Linear Synchronous Motor) sind Antriebstechniken, um einen Achterbahnzug, mittels magnetischer Wellen, aus dem Bahnhof heraus sehr schnell zu beschleunigen. Das Grundsätzliche Prinzip besteht darin, dass an der Schien der Katapultstrecke mehrer Spulen (Stator) hintereinander montiert sind. Die Spulen besitzen einen Luftspalt. Am Zug befindet sich ein Kupfer oder Aluminiumschwert (Läufer). Nach dem Induktionsprinzip bewegt sich entlang der Launchstrecke ein injiziertes Magnetfeld über die Statoren. Diese magnetische Kraft beschleunigt den Achterbahnzug, das Magnetfeld drückt sozusagen den Zug weg, beziehungsweise das Magnetfeld wandert gemeinsam (synchron) mit den Zug. Der Unterschied zwischen LIM und LSM ist das beim LSM statt einer Kupfer oder Aluminiumplatte ein Magnetbalken mit alternierender Polarität verwendet wird, d.h. abwechselnd, aneinadergereihte N-S-Magnete. Der Wirkungsgrad beim LSM ist wesentlich höher als bei LIM-Antrieben, jedoch erhöhen beim LSM schweren Magnetbalken, das Fahrzeuggewicht, wodurch wiederum die Schienenkonstruktion einer höheren Belastung standhalten muss.

 

Beispiel für einen Zug, der mit durchschnittlich 1g aus dem Stand heraus beschleunigt wird: 100 km/h erreicht er nach etwa 40 Metern und 200 km/h nach 157 Metern (die Kosten für den Antrieb vervierfachen sich bei einer Verdopplung der Endgeschwindigkeit).

 

Loading Plattform

Die Station (Bahnhof) eines Coasters, wo Fahrgäste in die Wagen Ein- und Aussteigen.

 

Q-Line

(Queue-Line) Anstellreihe, Warteschlange.

 

Ride op´s

(Ride Operation) Mitarbeiter die an der jeweiligen Attraktion arbeiten (z.B. die Steuerung des Fahrgeschäfts überwachen, die Sicherungsbügel für die Fahrgäste schließen, etc.).

 

Safety Dog

Siehe Anti-roll-back-safety-device.

 

Schoßbügel

Restraint Ein Mechanismus der den Fahrgast hindert, während der Fahrt im Wagen aufzustehen.

Lapbar Sicherheitsbügel (meistens ein Schoßbügel) um den Fahrgast zu sichern, damit er nicht aus dem Wagen fallen (geschleudert) werden kann.

Fixed Lapbar Sicherheitsbügel für Fahrgäste. Die Stange kann nicht individuell eingestellt werden.

Individual Lapbar Individuell einstellbarer Sicherheitsbügel.

 

Schulterbügel

(Horsecollar) Ist ein Sicherheitsbügel der von oben, nach vor, über die Brust gezogen wird. Der Name kommt von dem Zaumzeug, das beim Pflügen für Pferde benutzt wird.

 

Slammer

Eine sehr abrupte Talfahrt, ein extremes Beispiel von Airtime.

 

Speed Bump

(Geschwindigkeits-Stoß) Ein flacher Hügel der bei hohen Geschwindigkeiten die Fahrer aushebt, wobei Airtime entsteht. (Speed Run: Eine Serie von Speed-Bumps.)

 

Spinning Cars

Coaster mit drehenden Wagen – die Wagen können während der Fahrt um ihre eigene Achse rotieren.

 

SSLIM

(Single Slided LIM) Mit SSLIM können zusätzlich zu Beschleunigung und Bremsmanövern auch langsame, kontinuierliche Fahrbewegungen durchgeführt werden. An der Unterseite des Achterbahnzuges ist eine Aluminiumplatte befestigt und an der Schiene eine Motoreinheit, bestehend aus einer flachen Platte mit eingelassenen Spulen. Der Vorteil gegenüber LIM und LSM besteht darin, dass SSLIM auch in horizontalen Kurven eingesetzt werden kann.

 

Theme Park

Ein Vergnügungspark, der einen oder mehrere "Themed-Areas" hat. Das sind Bereiche die bestimmte Themen, meistens aus Film oder Comics, mit den Fahrten verknüpfen um eine bestimmte Stimmung zu vermitteln. (Der bekannteste Themen-Park ist Disneyland.)

 

Train

Eine Reihe von Wagen (Cars) die aneinandergekoppelt sind.(siehe Car).

 

Track

Die Laufschienen auf (oder unter) denen die Wagen eines Coasters fahren.

 

Trommellift

Achterbahnzüge werden spiralförmig, in einem sich horizontalen, drehenden Zylinder, hochgezogen.

 

Wheels

Der Wagen eines Coaster benutzt drei unterschiedliche Typen von Rädern:

Running Wheels: Auch Road-Wheel genannt, Räder die auf den Schienen laufen.

Side Friction Wheels: Räder die den Zug seitlich in oder auf den Schienen führen, damit er nicht aus der Kurve fliegt. Auch Guide-Wheel (Führungs-Rad) genannt.

Under Friction Wheels: Räder um den Zug auf den Schienen zu fixiern, damit er nicht abheben oder von den Schienen Herunterspringen kann. Diese Räder werden auch Upstop-Wheel oder Underside-Friction-Wheels oder Undershot-Wheels genannt.

 

Die Räder sind entweder aus Polyamid oder aus Vulkollan. Polyamid-Räder sind weiß und Vulkollan-Räder bräunlich. Intamin, B&M und auch andere Hersteller verwenden Räder aus Vulkollan (bessere Qualität).

 

Vertikal Lift (Elevator Lift)

Ein Liftsystem das den Zug senkrecht nach oben befördert (wie ein Fahrstuhl).

 

Wirbelstrombremse

Bei einer Wirbelstrombremse taucht ein am Zug montiertes, kupfernes Bremsschwert in das Feld zwischen zwei Permanentmagneten ein. Durch die Relativbewegung wird ein Strom induziert, der wiederum ein Magnetfeld erzeugt, welches dem der Permanentmagneten entgegengerichtet ist - Der Zug wird verzögert.

Detail: Die Bremse beruht auf dem Prinzip der Bremswirkung zwischen dem Magnetfeld eines Dauermagneten und dem elektrischen Magnetfeld eines Leiters, die einander entgegengerichtet sind. Wird eine Aluplatte zwischen Dauermagneten hindurchbewegt, wird in der Platte ein Strom induziert, und zwar nur in der Platte. Die Platte selber ist nicht magnetisch. Der induzierte Strom ist kreisförmig, deswegen die Bezeichnung Wirbelstrom. Dieser induzierte Strom hat nun ein Magnetfeld, welcher dem Magnetfeld der Dauermagneten entgegenwirkt. Je höher die Geschwindigkeit der Platte, desto höher der induzierte Strom, und desto höher ist auch die Bremswirkung.