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Freizeitparks allgemein
Jahrmärkte (Kirmes) und Volksfeste mit Rundfahrgeschäften und anderen Attraktionen begeisterten schon immer die Menschen. Freizeitparks sind eine Folgeentwicklung die mit dem Trend zum Kurzurlaub immer mehr Besucher anlocken. Derzeit gibt es mehr als 1.400 Freizeitparks in 70 Ländern mit etwa 2.000 Achterbahnen weltweit. Jährlich werden über 50 neue Bahnen gebaut.
Genau lässt sich die Entstehungsgeschichte der Freizeitparks nicht zurückverfolgen, grundsätzlich jedoch waren es mehrere parallele Entwicklungen, die zum stationären, thematisierten Freizeitpark führten. Da gab es reisende Schausteller, die sich später niederließen und Stück für Stück einen Park bauten, ansässige Lunaparks, die nach und nach erweiterten – und auch kleine Tierparks und sogenannte Märchenparks, die im Laufe der Zeit immer mehr Rundfahrgeschäfte hinzukauften.
Historisch gesehen wurde der älteste Park angeblich 1583 in Bakken bei Kopenhagen gebaut. Er entstand, da sich Schausteller, Händler und Gaukler bei einem beliebten Ausflugsziel versammelten, weil sich dort viele Besucher befanden. Auch sind aus ehemaligen Stadtgärten oder Weltausstellungen Freizeitparks entstanden oder einfach nur, weil jemand eine Geschäftsidee hatte. Der Freizeitpark Bonbonland z.B. entstand als Betriebsausstellung neben einer Bonbonfabrik. Auch die Firma „Mack Rides“, die Fahrgeschäfte herstellt, hatte die Idee als Ausstellungsgelände den Europa Park zu bauen. Das Projekt entwickelte sich so gut, dass der Europa Park derzeit der größte und beliebteste Freizeitpark in Deutschland ist.
Eine sicherlich nicht unerhebliche Veränderung in der Gesellschaft ab Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, die zur Entwicklung von Freizeitparks beitrug, war die soziale Umstrukturierung in der Arbeitswelt. Die Menschen konnten erstmals am Wochenende ihre Freizeit genießen und Vergnügungen nachgehen.
Auch den Einfluss von Schlossgärten findet man in den heutigen Freizeitparks. Schon damals boten Schlossgärten eine Vielzahl von Vergnügungen an, die sogar heute noch in den meisten Freizeitparks findet: Labyrinth, Schaukel, ein See für Bootsfahrten und vor allem Parkanlagen.
Einer der Meilensteine in der Entwicklung von Freizeitparks ist sicherlich auch „Coney Island“ bei New York. Dieses Erholungsgebiet entwickelte sich aus Seebädern, wo dann gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts sich Vergnügungsparks ansiedelten.
In den USA erscheint in einer von „National Amusement Park Historical Association“ veröffentlichen Liste über „World’s Oldest Operating Amusement Parks“, nach Bakken, 1766 als zweitältester Freizeitpark der Wiener Prater.
Die weltweit bekannteste Entwicklung war 1955 natürlich Disneyland in Kalifornien. Seitdem ist Disney der unangefochtene Marktführer bei Freizeitparks, vor allem durch die hohe Qualität von perfekten Scheinwelten und Illusionen. Jedoch ist Disneyland kein typisch amerikanisches Produkt. Auf seiner Suche nach dem „ultimativen Freizeitpark“ reiste Walt Disney nach Europa und holte sich von dort seine Ideen für Disneyland. Bayerns Schloss Neuschwanstein diente als Inspiration für Disneylands "Dornröschenschloss". Aus Disneys Begeisterung für das Matterhorn, als er die Schweitzer Alpen bereiste, entstand eine Achterbahn in einem künstlichen Matterhorn. Die Idee für die Monorail stammt auch aus Deutschland, wo er die ersten Prototypen sah. Angeblich war Disney am meisten von Kopenhagens Tivoli beeindruckt. Dies war ein Vergnügungspark mit einer langen Tradition, der Disneys Aufmerksamkeit auf Grund seiner Sauberkeit und der freundlichen Angestellten in Uniformen gewann. Als dann Disneyland eröffnete, beinhaltete es viele europäische Merkmale und Figuren (Schneewittchen, Peter Pan, Cinderella).
Walt Disney schuf zwar nicht den ersten Vergnügungspark mit der Idee “Unterhaltung für die ganze Familie“, aber er perfektionierte diese Idee und schuf somit ein Vorbild von hoher Qualität. Diese hohe Qualität, von perfekten Illusionen und unterhaltsamen Attraktionen, sichert seitdem dem Disney-Konzern die Rolle als Markführer in dieser Branche.
Das derzeit größte Zentrum der Freizeitparkindustrie findet man in Florida. In und um die Stadt Orlando existieren derzeit acht große Freizeitparks und viele kleinere Parks, vier Wasserparks und unzählige andere Unterhaltungsangebote.
Eine künstliche Welt – unterhaltsam und mit ein wenig Nervenkitzel - lässt die Alltagssorgen vergessen. Wozu in die Ferne Reisen - lange Anreisen, Strapazen, schlechte Hotels und ungewohntes Essen hinnehmen - wenn Afrika, Asien, der Wilde Westen und der Weltraum an einem Tag besucht werden können. Manche Parks sind zwar nicht billig, aber Fernreisen sind noch teurer. Das Konzept funktioniert, immer mehr Parks werden eröffnet und erweitert - und die Besucherzahlen steigen.
Parkbetreiber verbreiten gerne die These, die Anfahrt mit dem Auto sei wesentlich gefährlicher als die Fahrt mit einer ihrer Bahnen - was auch stimmt. Laut Statistik ist die Wahrscheinlichkeit, auf einer Achterbahnfahrt verletzt zu werden, weit weniger, als von einem Meteoriten getroffen zu werden.
Einige Statistik Daten:
In Europa werden jährlich mehr als 400 Millionen Eintrittskarten für Freizeitparks verkauft, in den USA sind es 300 Millionen. Der Park Disneyland Paris kostete 3,6 Milliarden Euro und hat jährlich mehr als 12 Millionen Besucher, in der Hauptsaison über 60.000 Besucher täglich. Eine große Attraktion wie z.B. der Tower of Terror bei Disney kostete 75 Millionen Dollar. Eine große Achterbahn kostet zwischen 15 und 25 Millionen Euro. Wenn die Bahn ganzjährig geöffnet hat, dann fährt so ein Achterbahn-Zug 50.000 Kilometer im Jahr und transportiert dabei 15.000 Fahrgäste pro Tag.
Link zu einer Landkarte mit Übersicht über Freizeitparks in Europa: http://www.park-ride.de/Parkkarte/Europakarte/europakarte.htm |
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